Codeplugs, die unbekannten Wesen

Codeplugs, die unbekannten Wesen

Ein Beitrag von DB9LL, Jens Goerke

Diverse Webseiten und YouTube-Videos beschäftigen sich mit Codeplugs,
wie man sie erstellt, einspielt und kopiert. Dabei wird oft der Eindruck

vermittelt, Codeplugs wären kompliziert und schwierig zu verstehen.
Nachdem ich mehrere Codeplugs genauer angesehen hatte, machte es bei mir
endlich “klick” und die ganzen Einstellungen und Werte ergaben einen Sinn.
Codeplugs bestehen aus zwei Teilen:
1. die Einstellungen des Funkgeräts
2. die Zonen, Talk Groups, usw.
Die Einstellungen des Funkgeräts kann man aus der Anleitung herauslesen
und dabei die ganzen Erfahrungen aus der Amateurfunkzeit einfließen
lassen – so unterschiedlich sind die einzelnen Funkgeräte nicht und man
kann die Einstellungen auch nachträglich ändern und den gesamten
Codeplug wieder auslesen, um später nicht bei Null anfangen zu müssen –
die ganzen Einstellungen können so relativ schnell und leicht auf dem
eigenen Rechner gesichert werden.
Die Zonen werden verwendet, um Speicher zu gruppieren – hier hat es sich
bewährt, die in einem Ort erreichbaren Repeater in einer Zone
zusammenzufassen – ein Repeater kann in mehreren Zonen auftauchen.
Bei den einzelnen Einträgen für die Repeater verwende ich gerne den
Ortsnamen, ggf. gefolgt von einer 1 oder 2 für Timeslot 1 bzw. 2. FM
Repeater kennzeichne ich dadurch, dass keine Ziffer folgt. Bei DMR
Repeatern kommen die Talkgroups dazu, die normalerweise auf diesen
Repeatern eingerichtet sind. Alle diese Talkgroups kommen in die Gruppe
“TG_alle”, die ich bei allen DMR Repeatern eintrage, um mir unnötige
Arbeit zu ersparen und auch Talkgroups hören zu können, an die ich zum
Zeitpunkt der Programmierung noch nicht dachte. Der Color Code ist bei
den DMR Repeatern normalerweise fest eingestellt und kein Geheimnis –
einmal zusammen mit Sende- umd Empfangsfrequenz im Speicher eingetragen
und die Talkgroups werden automatisch erkannt.
Auf diese Art sind die Einträge für einen Ort schnell zusammengestellt
und in der Zone mit diesem Ortsnamen zusammengefasst. Würde ich wie
früher täglich zwischen verschiedenen weiter voneinander entfernten
Städten pendeln, hätte ich die Zonen den Weg entlang aufgeteilt, so dass
ich unterwegs nur zur jeweils nächsten Zone wechseln müsste – bei
weiteren Touren ist das natürlich mehr Aufwand, aber den hat man zum
Glück nicht so oft. Die dabei entstehenden Codeplugs, die von mehreren
OMs zusammengestellt wurden und zum Teil mehrere größere Gebiete
umfassen, sind die riesigen und komplexen Gebilde, die Unerfahrene oft
abschrecken, auch weil die Versuche, Ordnung in so einen Datenwust zu
bekommen, diesen nach logischen und bekannten, aber für DMR ungeeigneten
und für Neulinge unübersichtlichen Kriterien ordnen – Frequenz oder
Kanalname, Betriebsart, Repeater-Rufzeichen, usw.
Momentan verwende ich einen extrem schlanken Codeplug, der aus den
sinnvollsten Einstellungen meines Funkgeräts besteht und die von meinem
QTH erreichbaren Repeater (FM und DMR auf 2m und 70cm) enthält, sowie
die Repeater, die ich nur mit Glück erreichen kann – insgesamt unter 10
Speicherplätze, zusammengefasst in einer Zone mit dem Ortsnamen. In der
Nachbarstadt im Norden würde die Zone zwei weitere DMR und einen
weiteren FM Repeater enthalten, in der Nachbarstadt im Süden einen DMR
Repeater weniger, im Westen einen DMR Repeater mehr.
Der nächste Schritt wird also sein, diese weiteren Repeater einzutragen
und meine Heimatzone zu ergänzen, um auch bei weiteren Ausflügen alle
Repeater in der Nähe ohne Zonenumschaltung erreichen zu können.
Dieser Schritt hat aber noch Zeit und die Codeplugs sind auch nicht in
Stein gemeisselt.
73 de Jens, DB9LL